MANV Simulation im Rahmen des INTERREG Projektes

Am 09.11.2019 fand die zweite Veranstaltung einer MANV Simulation im Rahmen des INTERREG Projektes statt. Diesmal am Hauptsitz der Rettungsdienst MOL gGmbH in Strausberg.

Hierzu waren deutsche und auch polnische Rettungsdienstmitarbeiter geladen. Aufgrund der weiten und recht frühen Anreise der polnischen Kollegen konnte die Veranstaltung erst mit leichter Verspätung beginnen, was der gesamten Veranstaltung keinen Abbruch tat. Im Vorfeld hatte sich eine deutsche Notärztin angemeldet, was für die Simulation natürlich gut war.

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer Herrn Armin Viert wurde der weitere Ablauf in die Hände von Steffen Scholl und seinem Team des MANV Simulation- Team MOL gelegt. Aufgrund der sehr guten Vorbereitung von Frau Borek, stand dem theoretischen Teil nichts im Wege. Es wurde für die polnischen Kollegen simultan übersetzt.

Schnell wurden von allen Teilnehmern Unterschiede in der Herangehensweise bei der Bewältigung einer Großschadenslage zwischen Deutschland und Polen gefunden. Aber auch unter den deutschen Rettungsdienstmitarbeitern entfachte schnell eine rege Diskussion, was nun die beste Methode in solch einer Bewältigung sei. Im Fazit der Diskussion konnte festgehalten werden, dass es bei der Bewältigung einer Großschadenslage keinen allgemeinen Algorithmus gibt, sondern das mehrere Wege zu einem erfolgreichen Abschluss führen.

Nach einer kleinen Pause folgte eine kurze Unterweisung in die Simulationsmaterialien und auftretende Fragen wurden schnell und unkompliziert beantwortet. Viel zu schnell verging bis dahin die Zeit und so konnten sich alle Teilnehmer beim Mittagessen stärken. Nach diesem ging es dann auch schon sofort in die erste Simulation.

Die Trainer hatten zur ersten Simulation alles vorbereitet und nachdem alle Kollegen ihre Fahrzeuge besetzt hatten konnte der Alarm kommen. In der Simulation kam es im Gymnasium in Seelow zu einer Explosion im Bereich des Chemielabors. Zügig waren deutsche und auch polnische Einsatzkräfte vor Ort, um den insgesamt knapp 18 verletzten Personen zu helfen. Die Einsatzleitung wurde von den deutschen Kollegen übernommen. Wie immer war die Kommunikation zwischen deutschen und polnischen Rettungskräften eine Herausforderung. Diesmal wurde sich nicht, wie in der ersten Simulation im März des Jahres, auf die Einsatzsprache englisch geeinigt, sondern man kommunizierte meist auf deutsch, aber auch viel mit Händen und Füssen. Dennoch wurden alle Verletzten gefunden und der medizinischen Versorgung zugeführt.

Verschnaufen und sich gegenseitig austauschen konnte man in der folgenden Pause. Diese nutzten die Trainer, um in einem rasanten Tempo und sehr guter Teamarbeit das zweite Szenario vorzubereiten. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde das selbe Szenario ausgewählt, jedoch mit einer anderen Fahrzeugauswahl. Diesmal lag das Hauptaugenmerk auf den ersteintreffenden polnischen Rettungskräften mit einer deutschen Einsatzführung.

Als kleine Besonderheit wurde durch die Trainer der MANV Simulation eine USBV (unkonventionelle Spreng-und Brandvorrichtung) im Einsatzgebiet nahe des Chemielabors verlastet. Ziel war es hier, auch den Blick auf die Umgebung und auf mögliche Gefahren zu richten. Dieser Umstand war für die Einsatzkräfte neu und ungewohnt und so dauerte es einen gewissen Moment bis diese USBV gefunden wurde. Es kam daraufhin durch die Einsatzleitung zu einer schnellen und zielgerichteten Evakuierung des Gebäudes und damit zum Ende des Szenarios.

Im Fazit der Teilnehmer spiegelte sich vor allem die Schwierigkeiten in der Kommunikation wider. Dennoch waren alle Teilnehmer mit ihrer vollbrachten Leistung zufrieden und sahen Verbesserungspotenzial. Alles in allem empfanden alle Teilnehmer diese Veranstaltung als sinnvoll und wünschten sich eine Wiederholung solcher Veranstaltungen. Neue Ideen und Erkenntnisse wurden aber nicht nur von den Teilnehmern mitgenommen. Auch die Trainer nahmen diese für ihre weitere Arbeit mit.

Einen besonderen Dank gilt den Dolmetschern an diesem Tag, welche wieder einmal eine sehr gute Arbeit geleistet hatten.